Bessere Produkte und Arbeitsbedingungen dank Digitalisierung? Ein Auszug vom Regionaltreffen NRW des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik

Auch im auslaufenden Jahr beschäftigt das Thema Digitalisierung das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik. Auf dem letzten Treffen in 2017 der Regionalgruppe NRW in Dortmund wurde das Thema erneut näher beleuchtet, diesmal aus wirtschaftlicher, ökonomischer, technischer und theologischer Sicht.

Optimale Vernetzung und Datenverfügbarkeit - das Sinnbild von Digitalisierung?

Wie zuvor bereits versprochen, wollen wir Ihnen auch diesmal wieder von dem Regionaltreffen berichten, um Ihnen die Einblicke in diese wertvolle Zusammenarbeit nicht vorzuenthalten. Jeder Einzelne trifft in unterschiedlicher Form auf die Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung, doch je besser man sie versteht, desto besser lässt sich damit umgehen. 

Der erste Vortrag zum Thema Digitalisierung in der Wirtschaft verdeutlichte, dass die Digitalisierung hier auf bessere Vernetzung, Datenübertragung, Datenverfügbarkeit sowie optimale Rechenleistung und Komplexität setzt. Aus Unternehmersicht sollen diese Kriterien zu besseren Produkten und Arbeitsbedingungen sowie weniger Emissionen und (höheren) Gewinnen führen. Für Arbeitnehmer bzw. aus gesellschaftlicher Sicht allgemein soll die Lebensqualität verbessert werden: dringende Bedürfnisse sollen schneller erkannt und der Einsatz im Gesundheitswesen vorangetrieben werden. Diese Transparenz sowie die digitalen Lösungen an sich sollen für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Aus nationalökonomischer Sicht ist die Wahrung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit das oberste Ziel. Dies zu gewährleisten bringt Herausforderungen mit sich, die sich auf die gesamte Datenfülle und Datenkonzentration beziehen. Das führt beispielsweise dazu, dass Entscheidungen an Maschinen weitergegeben werden und somit sozioökonomische Veränderungen beschleunigt werden können. Dies hat unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen. Auf der Ordnungsebene führt dies eher zu Angst vor Arbeitsplatzverlust und einem erhöhten Wettbewerbsdruck. Auf Unternehmensebene dagegen steigt der Innovationsdruck erheblich, da sich alles noch mehr beschleunigt. Und auf privater Ebene wiederum ist der Mensch selbst in der Verantwortung für einen vernünftigen Umgang mit Daten und Medien. 

DER TECHNISCHE FORTSCHRITT BRINGT NEUE ETHINISCHE ANFORDERUNGEN mit sich

Der Vortrag zur technischen Digitalisierung bezog sich vor allem auf die digitale Transformation. Die Technologie ist der Auslöser für Serviceanwendungen und die Datenverarbeitung bei der Auswertung von Kundenbedürfnissen, aber auch bei der Ansprache des Kunden direkt. Die Kundenansprache bezieht sich sowohl auf die Geschäftliche-, die Prozess- als auch auf die Produktebene. Zur Anwendung kommen dann sowohl Technologie Trends und das „Internet of Things“ als auch Cloud- und Mobile Lösungen sowie Informations- und Social Technologien. Ganz spannend wird es, wenn Wissensdatenbanken, die einmal vom Menschen mit Informationen gefüttert wurden, anfangen, sich selbst mit Informationen weiter zu entwickeln und dadurch Wissen schaffen.

Im Alltag werden digitale Hilfsmittel in erster Linie durch die Mehrheit der Menschen genutzt, um Nachrichten zu erhalten oder weiterzugeben. Dies führt auch zunehmend zur weiteren Verschmelzung von Privat und Arbeit, d.h. dass die Menschen ihre E-Mails auch in der Freizeit lesen, unabhängig davon, ob sie es müssen. Die Geschwindigkeit der Entwicklung verdeutlicht, dass deutlich mehr Maschinen und Systeme miteinander sprechen als Menschen. Aus wirtschaftlicher Sicht werden Daten zu Rohstoffen. Die ethische Anforderung ist hier eindeutig: die Menschen müssen durch Bildung befähigt werden, an dieser Entwicklung teilzunehmen. Vor allem da die Digitalisierung für weniger körperliche Arbeit sorgt und dem Menschen somit die Möglichkeit bietet, länger in der Arbeitswelt zu bleiben. Ein positiver Aspekt dabei ist, dass der Standortvorteil unseres Landes im Vergleich zu den Ländern, in die wir die Produktion mancher Erzeugnisse ausgegliedert haben, wieder steigt, da es finanziell günstiger wird.

Natürlich war die Zeit des Regionaltreffens begrenzt und das Thema so spannend und umfangreich, dass man das Ende des Treffens nicht als Abschluss ansehen kann. Das Thema wird wohl sowohl in den nächsten Treffen als auch auf verschiedenen Tagungen immer wieder in unterschiedlichen Kontexten auftauchen. Auch, wenn die Entwicklung auf den ersten Blick beängstigend wirkt, geben die Wissenschaftler doch einen Ausblick, das es eine Konsolidierung der Digitalisierung geben kann, die uns allen einen großen Mehrwert bringen wird.

moderner Arbeitsplatz

Bleiben Sie mit unserem Blog immer auf dem Laufenden

Jetzt anmelden
Foto1: ©adobe/Sergey Nivens; Foto2: ©adobe/tab62

Bleiben Sie mit unserem Blog immer auf dem Laufenden

Jetzt anmelden

Erhalten Sie exklusiven Zugang zu Themen und News rund um lhre Eventplanung

Neuer blogbeitrag

JETZT ANMELDEN