ABONNIEREN SIE UNSEREN BLOG

08168/99741000

Der ultimative Kick – die Himbeere aus dem Hindukusch!

Davon mal abgesehen, ist es ja quasi mein(e) Beruf(ung), neugierig zu sein und immer wieder neue Veranstaltungsformate aufzuspüren, um diese dann langsam - Tröpfchen für Tröpfchen - in das Eventgetriebe einfließen zu lassen. Unser unstillbarer Hunger nach ständig Neuem und noch nie dagewesenen - sowie die stetige Steigerungsmöglichkeit - treiben die Eventindustrie, sowie alle anderen Branchen, zu ständig neuen Kreationen.

Die Welt ist rund und während man vom Einsparungszwang getrieben stets noch günstigere Arbeitskräfte in den Nachbarländern sucht und somit die Produktivität in östlicher Richtung um die Erdkugel schiebt, hat man ganz vergessen, dass diese irgendwann einmal wieder aus westlicher Richtung zurückkehrt.

Gefangen im ewigen Kreislauf können wir weder die Erde plattdrücken, noch die Produktpalette der Nahrungsmittel durch wirklich noch nie dagewesenem Essbaren „refreshen“.

So durfte ich neulich bei einem Netzwerkevent das hippe Neue im stetigen Gestern entdecken. Wirklich neu dabei war nur die Zusammenstellung und Herkunft der Zutaten.

Die Location in einem angesagten Stadtteil von München, begrüßte seine Gäste in einem Ambiente aus einer Kombination von Küche und Wohnzimmer - beides altbekannt, aber in der Kombination doch wieder einzigartig. Die offene Küche, als Teil des Verweil-Ambientes, offerierte das integrierte, unterhaltende Koch-Show-Erlebnis. Acht schwarz gekleidete Köche mit tief in die Stirn gezogenen Bergarbeiterkappen und teilweisen stylishen Pferdeschwanzkreationen, boten einen - zumindest für Köche - doch etwas befremdlichen Anblick. Zum Entsetzen einiger Gäste, die dies auch leise äußerten, trugen die Speisekünstler schwarze Plastikhandschuhe, die eher störend und befremdlich beim Anrichten der Speisen wirkten, als hygienisch.

Nun wird man ja bei diesen Veranstaltungen irgendwann hungrig, besonders wenn die Menüankündigung so verheißend klingt. Und dann – tadaaa -  kommt sie, die Vorspeisenzuteilung. Leider nur so wenig und in einer mikroskopischen Dosis, so dass man die blumigen Ankündigungen der Menükarte nur mit viel Phantasie erraten konnte: Rucola Salat mit frischen Feigen, Pekannüssen und Fourme d‘Ambert.

Wie das alle Schimmelpilzkäsesorten so an sich haben, ist dieser sehr würzig und eher herb, wie auch der Rucola. Und ja, die Feige wäre süß, aber nachdem diese nur zu erahnen ist, kann sie ihre süße Wirkung nicht entfalten. Die weit gereiste Pekannuss war wohl zu teuer, denn man fand sie nur pulverisiert, wie Semmelbrösel, auf dem malerischen Grün. Vergeblich suchte man Essig oder Öl, das die artig zerriebene Pekannuss mit dem Salat verbunden hätte. Auch Salz und Pfeffer sind scheinbar nicht mehr en vouge.  Aber es war ja nur die Vorspeise.

Doch auch dem Entree folgten noch weitere, wohlklingende und naturbelassene Darbietungen malerisches Irgendwas auf Irgendwas an Irgendwas. Kurz vor Mitternacht erfolgte dann der absolute und ultimative Höhepunkt der Speisenfolge: ein Süppchen aus weißer Schokolade mit zerriebener Marokkanischer Minze und einer Himbeere aus dem Hindukusch! Eigentlich hätte ich es mir denken können: die Verniedlichung der Suppe aus weißer Schokolade zu Süppchen, ließ nichts Gutes erahnen. Ein Puppenschälchen an Stelle einer Dessertschale zauberte mich flugs ins Miniaturland, in dem es eben alles nur in „miniature“ gibt.

Ohne auch nur zu überlegen, welch weite Anreise die Himbeere hinter sich hatte, landete sie mit einem Hauch Marokkanischer Sonnenglut und eingebettet in weißer Schokolade in meinem Mund! „Ein bisschen säuerlich“, durchzuckte es mich noch, da war sie schon weitergereist, die Himbeere aus dem fernen Hindukusch, und ich machte mich auf den Heimweg ins nahe Alpenvorland, gefüllt mit einzigartigen Kreationen altbekannter Zutaten!

Wie Sie alle Mitarbeiter vom Teamevent ueberzeugen

Kostenlose Checklisten