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Internationalisierung & Co. – was steckt eigentlich dahinter?

Zunächst unterziehe ich die Begriffe einer Schnellwertung und dabei fliegen Digitalisierung und Internationalisierung gleich in den Topf mit der Aufschrift „NEGATIV“; die Globalisierung hingegen wandert in den Topf „NEUTRAL“. Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Globalisierung mit einem dicken Bauch behäbig durch die Kontinente wandern, auf der Suche nach Gleichgesinnten, aber eben wegen dem dicken Bauch etwas langsamer und deshalb kalkulierbar. Gemütlich und auf jeden Fall nicht bedrohlich.

Vorsichtig nähere ich mich nun dem Topf mit der Aufschrift „NEGATIV“ und betrachte zunächst neugierig die Internationalisierung. Da steckt das Wort „National“ drin und das verbinde ich in letzter Zeit mit der AfD, Front National und Marine Le Pen, mit Geert Wilders und dessen kantigem Kinn, welches im Profil Donald Trump und leider auch dem des Kaisers Nero gleicht. Egoistischer Größenwahn hat gerade mal wieder Hochkonjunktur und deshalb habe ich wohl die Internationalisierung gleich in die negative Ecke gestellt.

„Das Vorurteil ist das Kind der Unwissenheit“ sagte einst William Hazlitt und deshalb nutze ich die fortgeschrittene Digitalisierung und mache mich auf den Weg ins Internet, um in den vielen digitalen Schubladen eine unvoreingenommene Definition für Internationalisierung zu finden. In der großen Wissensschublade mit der Aufschrift „Wikipedia“ finde ich auch gleich eine schlüssige Erklärung. Das Wort setzt sich aus dem Präfix „inter“ und dem Wortstamm „national“ zusammen. „Inter“, so wird erklärt, kommt aus dem Lateinischen und heißt „zwischen“. „national“ ist gleichbedeutetnd mit der Nation, die wohl irgendwie agiert. Man versteht also unter dem Begriff „international“ den Austausch auf unterschiedlichen Ebenen zwischen unterschiedlichen Ländern. Bis dahin noch kein bisschen negativ, was also veranlasst mich, die Internationalisierung in den Schmuddel-Topf zu werfen, vielleicht ist sie völlig zu Unrecht da drin und ich sollte sie schnellst möglich wieder da herausnehmen.

Also nochmal von vorn. Als Internationalisierung wird der Austausch von Wirtschaftsgütern, Finanzen oder auch gerne die Bildung im Allgemeinen bezeichnet. Der Austausch an sich ist in der Realität keinesfalls wertneutral, denn dieser Austausch findet unter Wahrung der nationalen Interessen statt und genau darin liegt die Krux begraben.

Der internationale Austausch wird von Interessensvertretern durchgeführt, dessen Finanzkraft und Stärke die Regeln dafür bestimmen. Am Ende des Austausches findet man leider nicht zwei gleichermaßen glückliche Beteiligte, sondern in der Regel einen Gewinner und einen Verlierer. Man könnte die Internationalisierung auch als eine Art moderner Kolonialisierung des stärkeren Austauschpartners bezeichnen und deshalb bleibt die Internationalisierung zu recht im Schmuddel-Topf mit der Aufschrift „NEGATIV“ und zwar solange, bis unsere Nationen wieder verstanden haben, dass in einer Partnerschaft auch beide Partner gleichermaßen gewinnen sollten.

Aufgebracht wende ich mich ab und neugierig hin zur „Globalisierung“, die immer noch behäbig und dickbäuchig durch die Welt wandert. Auf ihrem Weg, eine Idee oder heute eher einen Trend, weltumspannend über die Kontinente zu tragen, um damit gleichermaßen Feuerchen der globalen Begeisterung entfachend, bleibt die Globalisierung dagegen sympathisch und neutral. Was sie so sympathisch macht? Es ist ihre unaufdringliche Art, wie sie kontinuierlich und - trotz Bauch - leichtfüßig Feuerchen entfacht und in der steten Wiederholung, Zug um Zug, ihre Nachahmer findet. Diese zünden dann selbst wiederum Feuerchen an und damit werden wieder neue Feueranzünder und später vielleicht sogar Feuermeister hervorgerufen. Kurz gesagt, es sind die guten Ideen, die eben kein nationales Gepäck mit sich tragen, sondern durch sich selbst Begeisterung auslösen, die wiederum als Motor einer weltumspannenden Verbreitung dienen.

Während die Globalisierung nun auch mit meinem Segen weiter wandert, keimt in mir der Gedanke, die Digitalisierung könnte vielleicht auch so eine Idee, ja sogar ein globaler Trend sein?

Doch was bedeutet der Begriff Digitalisierung eigentlich und um meinen Wissensdurst zu stillen, begebe ich mich in das weltumspannende und somit globale Internet. Hier erhalte ich Informationen und bin begeistert von dieser Idee, der schnellen und kostenfreien Informationsdatenbank. Als Digitalisierung bezeichnet man laut Wikipedia, die Überführung analoger Größen in speicherbare Werte zum Zwecke der elektronischen Verarbeitung. Als Erklärung, weil das doch schon noch ziemlich theoretisch ist, versteht man unter einer „Größe“ z. B. den Schalldruck bei einer Tonaufnahme mittels Mikrophon oder die Überführung eines Textdokuments mittels Universalcode in eine Textdatei.

Das wiederum verstehe ich und ordne die Digitalisierung als Werkzeug ein. Ein Werkzeug, welches mir helfen kann, wiederkehrende Prozesse zu speichern und damit immer wieder abrufbar zu machen. Nachdem ich Werkzeuge per se immer als hilfreich betrachte, ich liebe ja auch meinen Kaffee-Automaten, meine Spülmaschine, meine iPhone und letztendlich auch meinen Hammer - weil es schon sehr weh tut, den Nagel mit der Faust in die Wand zu treiben. Also freue ich mich auch über ein neues Werkzeug, welches meinen Alltag maßgeblich erleichtern wird.

Nur zu gut erinnere ich mich an die Anfänge der Digitalisierung und meine fast noch die physische Erleichterung zu spüren, als die Schreibmaschine, wohlgemerkt mit Korrekturband, durch den ersten PC abgelöst wurde. Als Legasthenikerin, musste ich Geschäftsbriefe zigmal schreiben, bis ich die Segnungen eines Schreibprogramms und dessen „Rückwärtsgang“ verstand. Alle Hilfsmittel, die meine Produktivität verstärken, sind nicht böse, sondern gut. Klar ist mir auch, dass wir neue Werkzeuge kennen lernen müssen, dass wir Geduld dazu brauchen und dass es bei falschem Gebrauch zu Unfällen kommen kann. Oft wird uns nicht die Zeit gegeben, die es einfach braucht, um neue Werkzeuge auszuprobieren und sie kennen zu lernen. Fakt ist auch, dass nicht jeder Mensch gleich gut mit jedem Werkzeug umgehen kann. Wir sollten unsere Angst, die alles Neue mit sich bringt, akzeptieren. Aus dieser Akzeptanz heraus können wir dann die nötige Neugier entwickeln und uns fragen, was genau uns Angst macht. Fehlt uns das nötige Hintergrundwissen, um mit neuen digitalen Prozessen souverän umzugehen? Geben wir uns auch die Chance neugierig neue Werkzeuge kennenzulernen, Unkenntnis zuzugeben und trotz reichlichem Erfahrungsschatz uns wieder als „Frischling“ zu outen? Nur Mut, es ist der richtige Weg und die vielen positiven Erfahrungen bestätigen, dass es sich jeden Tag lohnt, neue Wege zu gehen, Fragen zu stellen und ein Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich gegenseitig unterstützt, neue Werkzeuge gebrauchen zu lernen.

"Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." meinte Henry Ford und der gilt als Leitfigur der 2. Industriellen Revolution mit der Einführung der Fließbandarbeit.

Vielen Dank, dass Sie bis zum Schluss durchgehalten haben, Sie und ich können jetzt endlich mitdiskutieren, ob im bilateralen Austausch zwischen Nationen oder weltumspannend auf globaler Ebene, ganz sicher aber digital und nicht analog, dank Spracherkennung muss ich ja jetzt nicht mal mehr tippen!

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